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Space over Time
Space over Time is a collection of photography works based on 'strip cameras'. This technology was previously used to accurately capture the finish at, for example, athletics events, horse racing, dog racing, and so on.

Bild 183-1987-0822-034Bild 183-1987-0822-034ADN-ZB 22.8.87 Potsdam: 38. DDR-Leichtathletik-Meisterschaften - Der Originalzielfilm beweist den Weltrekord über 400-m-Hürden vom 21.8.87, wo die Erfurterin Sabine Busch (r.) eine Zeit von 53,24 s vor der Magdeburgerin Cornelia Ulrich (53,58 s) erreichte. - Original -    
Source: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0822-034/CC-BY-SA 3.0                Source: Wikipedia

With a 'normal' camera the shutter of the camera opens for a very brief moment, letting light on the film / sensor and exposes it this way. In a strip camera, the very narrow slit-shaped closure is open for a long time and behind the slot the film is continuously transported past. This way the moving film behind the strip is exposed and it becomes visible how the observed space viewed through the strip (for example the finish line) has changed while the film has been transported. I use the digital variant of this technology for the series "Space over Time". Thousands of 'strip shots' of a moving object are taken and these thousands of 'one-line photos' are assembled into a single result photo.
 

This project started in 2015 at a flea market in New York City. I had some time left before my return flight to Berlin and bought the book "The Great 'Life' Photographers" at a flea market in Greenwich. It was not until several months later that I came across photographer George Silk in this book. In the 1960s, he did the finish photos for the US American tryouts track & field in Palo Alto - with a so-called "strip camera". After the competitions, he went home, it was Halloween, and took pictures of his familiy with the strip camera.


I was fascinated by the photos and immediately started experimenting with this technology myself. I wanted to see and show the change of space over time x. I took the first pictures of a turning egg cup on the kitchen table. That looked promising and I could see where it could go. But it was a long way to the first good photo. I had to design and build my own electronic turntable, develop software to handle the huge amount of data and above all, I had to gain a lot of experience on which objects are suitable and which lighting is suitable. It was a long way, but it was worth the bumby ride. Small, low-resolution photos were made quickly, but for high-quality and especially large-sized fine art prints, it was a long way - but worth it.

 

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Space over Time

Space over Time ist eine Sammlung von Fotografie-Arbeiten, die auf der Basis von 'Schlitzkameras' erstellt wurden. Diese Technologie wurde früher eingesetzt um den Zieleinlauf beispielsweise bei Leichtathletik-Veranstaltungen, Pferderennen, Hunderennen, usw. genau erfassen zu können. 
 

Bild 183-1987-0822-034Bild 183-1987-0822-034ADN-ZB 22.8.87 Potsdam: 38. DDR-Leichtathletik-Meisterschaften - Der Originalzielfilm beweist den Weltrekord über 400-m-Hürden vom 21.8.87, wo die Erfurterin Sabine Busch (r.) eine Zeit von 53,24 s vor der Magdeburgerin Cornelia Ulrich (53,58 s) erreichte. - Original -      
Quelle:  Bundesarchiv, Bild 183-1987-0822-034/CC-BY-SA 3.0                   Quelle: Wikipedia

Bei einem herkömmlichen Fotoapparat öffnet sich für ein Foto der Verschluss der Kamera für einen sehr kurzen Augenblick, läßt Licht auf den Film/Sensor und belichtet diesen dadurch. Bei einer Schlitzkamera jedoch ist der sehr schmale, schlitzförmige Verschluss längere Zeit offen und hinter dem Schlitz wird der Film kontinuierlich transportiert. Dadurch wird auf dem so belichteten Film sichtbar wie sich der Raum der durch den Schlitz betrachtet wurde (zum Beispiel die Ziellinie) im Laufe des 'Filmvorbeitranstortes' verändert hat. 

Diese Technologie verwende ich in digitaler Form für die Serie "Space over Time". Dabei werden tausende von Aufnahmen eines kleinen Bildauschnittes von einem sich bewegenden Objekt gemacht und diese tausende 'Einzeilenfotos' zu einem einzigen Ergebnisfoto zusammengesetzt.

Dieses Projekt begann 2015 auf einem Flohmarkt in New York City. Ich hatte noch ein wenig Zeit vor meinem Rückflug nach Berlin und verbrachte diese auf einem Flohmarkt in Greenwich, wo ich das Buch "The Great 'Life' Photographers" kaufte. Einige Monate später stieß ich in diesem Buch auf den Fotografen George Silk. Er hat in den 60er Jahren in Palo Alto die Zieleinlauffotos für die US- Ameri-kanischen Ausscheidungswettkämpfe in der Leichtathletik für die Olympischen Spiele gemacht - mit einer sogenannten "strip camera". Nach den Wettkämpfen ging er nach Hause, es war Halloween, und machte mit der strip camera Aufnahmen von seiner Familie. Ich war fasziniert von den dargestellten Fotos und der Technologie fing ich sofort an, selbst mit dieser Technologie zu experimentieren. Die Veränderung des Raumes über die Zeit x hinweg sichtbar zu machen - das wollte ich sehen und zeigen. Die ersten Aufnahmen machte ich mit einem Eierbecher, den ich auf dem Küchentisch drehte. Das sah schon ganz vielversprechend aus und man konnte erahnen was man mit dieser Technik machen kann. Bis zum ersten wirklich guten Ergebnis war es aber ein langer Weg. Zunächst musste ich einen geeigneten Drehteller mit elektronischer Steuerung entwickeln und bauen, die geeignete Software entwickeln, um mit der riesigen Datenmenge umgehen zu können, und vor allem viel Erfahrung sammeln, welche Objekte und welche Beleuchtung für die tausenden Fotos vom drehenden Objekt geeignet ist. Kleine, niedrig auflösende Fotos waren schnell gemacht, aber für hochwertige und vor allem großformatige Fine Art Prints war es ein langer Weg - der sich aber gelohnt hat.