Büffel in Brandenburg
GhandiGhandi

Aus einer Dokumentation, die ich über einen Zeitraum von sechs Monaten für einen Biobauern gemacht habe.
Sehr früh morgens, bevor die eigentliche Dokumentationsarbeit begann und nachmittags nach getaner Arbeit, habe jeweils einige Zeit mit Wasserbüffeln, Galloways, Pferden, Eseln und Schafen verbracht, mit ihnen geredet und mitunter auch mit ihnen gechillt. Die Tiere leben auf einer naturbelassenen und unheimlich großen Fläche Weideland in Brandenburg.
Wasserbüffel sind liebenswerte und im Umgang untereinander auch sehr liebevolle Tiere. Sie gehen selten ohne eine kurze "zärtliche" Berührung aneinander vorbei. So ist auch ihr Umgang mit Menschen, die sie kennen und gewöhnt sind. Es war faszinierend, Zeit mit diesen wunderbaren Wesen zu verbringen. Galloways sind Menschen gegenüber sehr viel reservierter, es braucht sehr viel mehr Zeit, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich verbrachte viele Vormittage mit ihnen, ohne dass sie mir nahe kamen und ohne dass sie wollten dass ich näher komme. Wann immer ich es versucht habe gingen sie ein Stück zurück. An einem warmen Frühsommertag lag die Herde wiederkäuend in der Sonne, ich lag ganz in der Nähe an einem Baum gelehnt. Die Situation war so entspannend, dass ich ein paar Minuten einschlief. Irgendwie gewann ich mit diesem kurzen Nickerchen scheinbar ihr Vertrauen, denn als ich mich ihnen danach näherte um Fotos zu machen, gingen sie nicht mehr zurück und ich konnte mich frei zwischen ihnen bewegen und fotografieren. Dieser Vormittag mit den Galloways war eine wundervolle Erfahrung mit Rindern, die ich bisher in dieser Form nicht gemacht hatte.
Die zurückhaltendsten Tiere unter den oben genannten sind Schafe. Tag für Tag versuchte ich mich den Schafen zu nähern - ohne Erfolg. Sobald sie sahen, dass ich näher kam, bewegten sie sich in die andere Richtung - sie benahmen sich genauso wie die Galloways, vielleicht sogar noch etwas scheuer. Eines Tages lag ich wieder mal auf der Wiese, die Herde war noch sehr weit weg, als plötzlich ein Schaf die Herde verließ und in meine Richtung ging. Es war der Leithammel. Die Herde war immer noch weit weg, als der Leithammel zu mir kam und mich beschnupperte. Nachdem er mich angeschnüffelt hatte, zog er weiter und kurz darauf kam die ganze Herde an mir vorbei, einige schnupperten, andere starrten, aber alle kamen kurz vorbei, um den Typen zu sehen, der ihnen seit ein paar Tagen folgte und den der Leithammel durch seinen Besuch kurz zuvor als "ungefährlich" eingestuft hatte.

Die sechs Monate mit den Tieren, vor allem in den ganz frühen Morgenstunden waren unglaublich schön und unglaublich intensiv.